Das Bildungsministerium betont, dass Kindergärten keine Inhalte der Grundschule vorwegnehmen dürfen. Im ersten Halbjahr der ersten Klasse soll die Eingewöhnung in das Schulleben im Mittelpunkt stehen, und schriftliche Hausaufgaben sollen nicht aufgegeben werden.
Heute haben mehrere Lehrer im Büro über die neuen Vorschriften gesprochen. Angeblich dürfen Kindergärten Pinyin, Schriftzeichen und Rechnen nicht mehr vorab unterrichten.
Ich habe es auch gesehen. Das Bildungsministerium verlangt außerdem, dass das erste Halbjahr der ersten Klasse als Eingewöhnungsphase gilt und keine schriftlichen Hausaufgaben aufgegeben werden.
Das unterstütze ich ziemlich. Manche Kinder sind noch nicht einmal in der Grundschule und üben schon Schreiben und rechnen Matheaufgaben. Ihr ganzer Tag ist komplett verplant.
Das Problem ist, dass Eltern schnell nervös werden. Wenn sie sehen, dass andere Kinder schon im Voraus gelernt haben, haben sie Angst, dass ihr eigenes Kind später nicht mithalten kann.
Aber die Schulen haben auch ausdrücklich gesagt, dass in der ersten Klasse bei null angefangen werden soll. Der Unterricht darf nicht beschleunigt werden, nur weil einige Kinder den Stoff schon kennen.
Nur so ist es fair. Wenn man einerseits sagt, dass Vorlernen nicht nötig ist, die Lehrer nach Schulbeginn aber voraussetzen, dass alle schon alles können, werden die Eltern ihre Kinder am Ende trotzdem vorher unterrichten.
Außerdem bedeutet das nicht, dass Kindergärten überhaupt keine Vorbereitung auf die Schule leisten. Der Schwerpunkt ist einfach ein anderer, zum Beispiel darauf, dass Kinder lernen, ihre Sachen zu ordnen, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, bis sie fertig ist.
Solche Fähigkeiten sind eigentlich wichtiger, als schon vorher ein paar Dutzend Schriftzeichen zu kennen. Nach der Einschulung müssen die Kinder jeden Tag selbst ihre Schultasche packen und dem Lehrer aufmerksam zuhören. Dafür brauchen sie genau solche Fähigkeiten.
In der ersten Klasse sollen nicht einmal klassische schriftliche Prüfungen stattfinden, und das finde ich gut. Wenn Kinder gleich nach der Einschulung jeden Tag nur auf Noten schauen, denken sie schnell, Lernen bedeute einfach nur Prüfungen.
Die Vorschriften selbst sind nicht schwer zu verstehen. Wirklich schwierig ist es, Schulen und Eltern davon zu überzeugen, dass Kinder nicht schon am Start verlieren, nur weil sie keinen Frühstart hinlegen.
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