Immer mehr junge Menschen werden zu „geteilten Kindern“: Sie leisten allein lebenden älteren Menschen Gesellschaft – manche kostenlos, andere gegen Bezahlung pro Stunde.
Lehrerin, die Großmutter Wang aus dem Erdgeschoss lebt allein. Ich gehe oft zu ihr und unterhalte mich mit ihr. Sie bringt mir bei, Shanghaier Dialekt zu sprechen, und außerdem kocht sie besonders lecker.
Wie schön! Du bist damit das, was heutzutage viele als „共享儿女“ bezeichnen – als eine Art geteiltes Kind.
Geteilte Kinder? Aber ich bin doch nicht ihre Tochter.
Damit sind junge Menschen gemeint, die zwar nicht mit den älteren Menschen verwandt sind, sie aber wie deren Kinder begleiten. Manche verlangen kein Geld, andere schon – zwischen 30 und 100 Yuan pro Stunde.
Kein Wunder! Gestern sagte Großmutter Wang, sie wolle mir von nun an jedes Mal 50 Yuan geben. Ich sagte, sie solle das nicht tun, aber sie bestand darauf.
Vielleicht ist es ihr unangenehm. Du hast ja auch deine eigenen Angelegenheiten, und sie möchte nicht, dass du deine Zeit umsonst für sie aufwendest.
Aber wenn ich das Geld annehme, sind wir doch keine Freundinnen mehr.
Dann findet eine andere Lösung. Großmutter Wang kann doch Shanghaier Dialekt sprechen, oder? Bitte sie einfach, dir jedes Mal eine halbe Stunde Unterricht zu geben. Dann steht keine von euch bei der anderen in der Schuld.
Das ist eine gute Idee! Ich gehe morgen gleich zu ihr und bitte sie, meine Lehrerin für Shanghaier Dialekt zu werden. Darüber wird sie sich bestimmt sehr freuen.
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