陈智高 und 王明月 führen ein kritisches Gespräch über 'Nezha 2' und untersuchen dabei tiefgreifende kulturelle sowie narrative Fragestellungen.
Meister, haben Sie 'Nezha 2' gesehen? Viele sagen, der Film führt das Thema des Widerstands gegen das Schicksal fort, aber irgendetwas fühlt sich für mich nicht stimmig an.
Ja, ich habe ihn gesehen. Der Film übernimmt tatsächlich das Motto 'Mein Schicksal gehört mir, nicht dem Himmel', aber mich interessiert vielmehr, ob er das System und die Machtstrukturen hinter dem Begriff 'Schicksal' wirklich in Frage stellt.
Meinen Sie damit, dass Nezha zwar Wuliang Xianweng besiegt, aber das System der Vorurteile selbst unberührt bleibt?
Genau. Nezhas 'dämonisches Erwachen' bedeutet letztlich, mit größerer Kraft gegen die alte Ordnung zu kämpfen, aber ohne eine neue Ordnung zu etablieren. Das ist eine Logik des 'Durchbrechens mit Gewalt', kein institutioneller Umsturz.
Was halten Sie von den Interpretationen im Netz, die Wuliang Xianweng als Symbol für die amerikanische Hegemonie und Nezha als Sinnbild für chinesischen Widerstand sehen? Ist das nicht etwas oberflächlich?
Diese Deutung ist durchaus interessant, aber ich finde, die komplexen internationalen Beziehungen auf eine Erzählung von Gut gegen Böse zu reduzieren, verdeckt die strukturellen Probleme. Es ist eher eine dramatisierte Projektion der Realität als eine echte Metapher.
Mir ist auch aufgefallen, dass Nezha kaum eine Entwicklung durchmacht. Seine Unsterblichkeit wirkt irgendwie unrealistisch. Mir hat der innere Konflikt des Protagonisten in 'Jiang Ziya' besser gefallen.
Gute Beobachtung. Nezhas Entwicklung wirkt wie eine Ansammlung äußerer Kräfte – Unterstützung von Freunden, Familie, Wunder des Schicksals – und nicht wie ein inneres Erwachen. Dieser 'Protagonisten-Glanz' schwächt die philosophische Tiefe der Geschichte.
Und Li Jing und seine Frau sind in diesem Teil zu perfekten Elternfiguren geworden – der Konflikt aus dem ersten Teil ist verschwunden. Die Familiengeschichte wirkt instrumentalisiert.
Ihr Opfer erzeugt tatsächlich ein ethisches Paradoxon. Um Nezha zu retten, sind sie bereit, das gesamte Volk von Chentang Pass zu opfern. Das zeigt eine Erzählweise von 'Privilegien': Wer darf leben, wer kann geopfert werden.
Was den kulturellen Ausdruck betrifft – einige sagen, Nezhas Wutform erinnere an japanisches Anime, und Ao Bings Vater sehe aus wie Legolas aus 'Der Herr der Ringe'... Verliert der chinesische Animationsfilm seine kulturelle Selbstsicherheit?
Das ist das Dilemma der zeitgenössischen chinesischen Animation: Einerseits wird eine internationale Ästhetik angestrebt, andererseits will man chinesische Kultur exportieren. Wenn kultureller Ausdruck zur Collage und Nachahmung wird, wird das Lokale leicht marginalisiert.
Aber der Film war ein Kassenschlager – hat dem Publikum das nicht gefallen?
Das zeigt eher die Diskrepanz zwischen den Emotionen des Publikums und der Tiefe des Werks. Viele hoffen auf den 'Aufstieg des chinesischen Animationsfilms', bekommen aber oft nur 'visuelle Explosionen' und 'inhaltliche Leere'. Ein großer Umsatz bedeutet nicht automatisch Qualität – geschweige denn kulturelle Reflexion.
Wie sollte der chinesische Animationsfilm also seinen Weg fortsetzen?
Er muss zurückkehren – von technischer Brillanz zur Erzählkunst, von Nachahmung zur Aufrichtigkeit, vom Konsum zur kulturellen Mission. Wenn Nezha das Schicksal herausfordert, muss er auch gegen Oberflächlichkeit rebellieren. Nur wenn Mythen die seelischen Schmerzen der heutigen Menschen berühren, entsteht echter Fortschritt.
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